Wissenswertes über T-Shirts Teil I
Wednesday, 2. April 2008 2:06
Der Ursprung des T-Shirts ist laut einem Wikipaedia-Eintrag unklar. Eine Feststellung, die ich so nicht nachvollziehen kann, denn macht man sich bewußt, dass Knöpfe in frühreren Zeiten als ein Luxus galten und daher Bauernhemden oder auch die Takelhemden der einfachen Matrosen ohne Knöpfe daherkamen und aus praktischen Gründen nur eine kleine Schnürung am Hals hatten, damit bei den nicht dehnbaren Leinenstoffen der Kopf durchpasse, dann erklärt sich das T-Shirt schon viel leichter. Betrachtet man sich nun noch die Entwickling der Strckmaschine, die 1863 mit der handbetriebenen Flachstrickmaschine von Isac William Lamb in Amerika einsetzte und und schaut man parallel auf die Entwicklung des Jersey-Stoffes, mit seiner Querdehnung, dann ist der Weg hin zu einfachen Hemden, die auch noch ohne die Schnürung auskommen nicht mehr weit. Hinzukommt, dass Jersey nicht aus Baumwolle sondern aus Schafwolle gefertigt wird, die durch seine Ölhaltigkeit Wasserabweisend ist. Nehmen wir in unsere Betrachtung noch das Vereinigte Königreich, das seinen Reichtum und seine Macht um die Jahrhundertwende einer starken Marine verdankt und damit sehr viele Matrosen einkleiden musste und diese durch die Kolonialisierung nicht nur im kalten England zu finden waren, sondern an den Küsten des heißen Afrikas und Australiens, dann haben wir soviele Faktoren, dass es letztlich nur noch die logische Konsequenz ist, dass die ersten T-Shirts bei der englischen Marine zu suchen sind.
Einen anderen Faden können wir verfolgen, halten wir uns vor Augen, dass Wäschewaschen um die Jahrhundertwende noch harte Knochenarbeit war und Wäschewaschen auch immer hieß, dass das teuere Tuch darunter litt. Es liegt also nahe, ein preisgünstigeres Unterhemd zu tragen, das das teure Hemd mit Knopfleiste schont, so dass es nicht gar so oft gewaschen werden muss, welchen anderen Grund kann es für Unterhemden (selbst für Baumwollunterhemden) im Sommer geben, wie mein Vater dies noch konsequent trägt. Meine Großmutter hatte schließlich noch viele Jahre von Hand gewaschen, bevor sie irgendwann in den späten 50ger Jahren zur ersten Waschmaschine kam. Nun sind Unterhemden gewöhnlich ärmellos. In der Wikipaedia ist hier zu lesen, dass Queen Victoria bei dem Anblick der nackten Schultern ihrer Matrosen von der glorreichen Marine, errötete und den “schamlosen Anblick” förderhin vermied durch die Vorschrift, dass ein englischer Matrose stets Ärmel zu tragen habe.
Anfang der 50er beginnt mit der Teenager Rebellion in Amerika der Trend T-Shirts ohne Hemd zu tragen. Ausdruck dieser Bewegung oder Auslöser sind Filme wie “Der Wilde” oder auch “Endstations Sehnsucht” mit Marlon Brando oder “Denn Sie wissen nicht was sie tun” mit James Dean. Irgendwo udnirgendwann in den späten 60ern oder den frühen 70gern muss das T-Shirt schließlich Alltag gewesen sein, zumindest für großköpfige Familien, denn als ich klein war, ich bin Jahrgang 63, trugen wir im Sommer Ringelshirts. Das frühste dokumentierte Bild, das ich finden konnte, war ein Bild mit meinem Bruder im Ringelshirt im Sandkasten aus den späten 60ern.
In den 70ern war das T-Shirt bereits kleiner Alltag, doch seine Popularität nicht sehr groß, schaut man sich die Bilder von damals an, dann sind es Hemden und Blusen mit Vestover die das Bild bestimmen. Ende der 70er kommen die Punks und ich erinnere mich, dass einer der Klassiker das zerrissene T-Shirt war. In den 80ern ist schließlich die Zei tdes T-Shirts da. Es wird mit Strass aufgepeppt, bedruckt und wird in vielen Variationen getragen. Die meisten meiner verwaschenen Lieblingsshirts stammen noch aus dieser Zeit. Einige davon haben jedoch schon vor länger Zeit die Schulterpolster verloren, die in keinem Kleidungsstück fehlen durften. Auch in den 90ern bleibt das T-Shirt ein gern getragenes Kleidungsstück. Es wird nun schlicht weiß getragen oder in gedeckten Farben. Häufig sieht man das T-Shirt unter dem Blazer und zahlreiche Stars scheuen sich nicht mit T-Shirt zur Filmpremiere oder zu anderen offiziellen Anlässen zu erscheinen. Trotz dieser Drescode-Verletzungen ist das T-Shirt ein Stück Freizeitbekleidung geblieben.
Thema: Techniken | Kommentare (0) | Autor: Franchie